Digital Humanities (DH)

Digitale Geisteswissenschaften

Unter dem großen Dach der Digital Humanities, also der Digitalen Geisteswissenschaften, ist eine schillernde Vielfalt an Methoden und Technologien zu finden, durch die auch die Geschichtswissenschaft seit Jahren einem sehr großen Veränderungsdruck unterworfen ist.

Die Digital Humanities haben die Geisteswissenschaften bereits erobert. Was vor 30 bis 40 Jahren die Einführung der computergestützten Textverarbeitung war, sind heute die – zugegebenermaßen deutlich komplexeren – hilfswissenschaftlichen Werkzeuge der DH, welche auch als Schnittstelle zwischen den Geisteswissenschaften und der Informationstechnologie zu sehen sind.

Die Arbeitspraxis aller Geisteswissenschafter hat sich deutlich gewandelt, es werden selektive, aber solide Kenntnisse in einigen Teilgebieten der Informatik vorausgesetzt. Von den DH-Forscherinnen und Forschern werden die neuen Entwicklungen in der Informatik auf ihre Verwendbarkeit in den Geisteswissenschaften in überprüft, werden eigenständig geeignete Verfahren oder auch Algorithmen und Datenstrukturen zu Unterstützung wissenschaftlichen Forschung entwickelt.

Historiö sieht sich vor die Aufgabe gestellt, diese komplexe Thematik in für kleinere Archive in ihrer täglichen Arbeit bewältigbare Schritte zu zerlegen und mit erprobten Anwendungsmethoden zur Seite zu stehen.

Digitale Editionen

In den Geschichtswissenschaften ist uns die Publikation von Forschungsergebnissen in digitaler Form und weiterführend auch als digitalen Edition ein großes Anliegen.

Die Bewahrung von Kulturgut im privaten Umfeld und die beabsichtigte öffentliche Zurverfügungstellung der digitalen Texte sind eine große qualitative und quantitative Herausforderung, aber mit Engagement und Unterstützung grundsätzlich gut machbar.

Historiö begleitet dabei den Weg zu digitalen Editionen von der Transkription und Digitalisierung von Handschriften, von der Schrifterkennung bei alten Druck- und Maschinschriften zum digital verfügbaren Text. Von Beginn an werden die künftigen Schritte der Annotierung und  des wissenschaftlichen Kommentierens mit eingeplant. Das betrifft vor  allem den Wissens- und Fähigkeitenaufbau, die Erarbeitung von  Vorgehensweisen sowie die Ressourcenbereitstellung. Dann steht der  Publikation einer digitalen Edition – fast – nichts mehr im Wege.

Weiterführende Informationen finden Sie unter der Rubrik „Informationen für die Forschung / Digital Humanities„.

Literatur

Fotis JANNIDIS / Hubertus KOHLE / Malte REHBEIN (Hg.), Digital Humanities, Eine Einführung, Stuttgart 2017, https://link.springer.com/book/10.1007%2F978-3-476-05446-3, (20.01.2020).

Mareike KÖNIG, Digitale Methoden in der Geschichtswissenschaft, Definitionen, Anwendungen, Herausforderungen, in BIOS, Zeitschrift für Biographieforschung und Oral History, Heft 30, 1/2-2017.

DFG Praxisrichtlinien für die Digitalisierung, https://www.dfg.de/formulare/12_151/12_ 151_de.pdf, (20.01.2020).