Gernod Fuchs

Die letzten Toten

 

50+ Vorfälle zum Kriegsende in Salzburg

(ohne Bombenopfer und Suizide)

Bei der Bearbeitung dieses Themas habe ich festgestellt, dass es sehr schwer ist, entsprechende Quellen zu finden – vermutlich sind schon Andere daran gescheitert. Es gibt sicher etliche Erzählungen über Ereignisse, die aber ganz oder in Teilen nicht der Wahrheit entsprechen oder nicht beweisbar sind – andererseits wird es auch Fälle geben, die uns noch nicht bekannt sind.

Die einzelnen Ereignisse habe ich in kurzer Form dargestellt. Ortschroniken sind Ausarbeitungen „ihrer Zeit“ und nehmen aus heutiger Sicht oft „zu viele Rücksichten“ auf ein gedeihliches Zusammenleben in der Gemeinde und derartige Vorfälle werden oft entweder gar nicht oder aber sehr ausführlich behandelt. Vermutungen oder Gerüchte habe[1] ich als solche gekennzeichnet.

Zuletzt wurden Auszüge aus Gendarmerie-Chroniken von 1945 eingearbeitet. Diese wurden durch den Historischen Fachzirkel der Salzburger Polizei zur Verfügung gestellt und von mir vielfach zur Bestätigung eines Vorfalls in Kurzform dargestellt.

In der Stadt Salzburg wurden vom ehemaligen Leiter des Stadtarchivs, Dr. Peter Kramml, etwa dreißig Fälle politisch motivierter Selbstmorde zum Kriegsende festgestellt – siehe Buch „Befreit und besetzt“.[2]

Hinweis in eigener Sache: Die 144 Ortschroniken aus der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigen im Hinblick auf die US-Truppen Mängel auf. So wurden in zehn Fällen die ersten US-Truppen als Truppen der 42. US-Infanterie-Division (Rainbow, General Collins) bezeichnet, was nachweislich nicht richtig war. Diese US-Truppe blieb zu Kriegsende im Rupertiwinkel stehen und löste danach die 36. US-Infanterie-Division in Tirol (Kitzbühel) ab. General Collins kam mit seiner Division erst Anfang Juli 1945 für ein Jahr nach Salzburg und Oberösterreich.

Gernod Fuchs[1]

08.03.1945 – Schießplatz Glanegg

Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden auf diesem Schießplatz eine bisher unbekannte Anzahl von Hinrichtungen durch Militär-, SS- und Sondergerichte statt. Zuletzt wurden Georg Kößner aus Goldegg sowie die Deserteure Ernst Pickl und Wilhelm Grois hingerichtet.[3]

10.04.1945 – Strasswalchen

Am 10.04.1945 wurde ein Lazarettzug, der äußerlich nicht als solcher gekennzeichnet war, bei einem Tieffliegerangriff durch Bordwaffen beschossen, wobei ein Waggon in Brand geriet. Bei diesem Angriff wurden sieben Personen getötet, 24 schwer und zahlreiche weitere leicht verletzt.[4]

11.04.1945 – Henndorf

Ein auf Wanderschaft befindlicher russischer Kriegsgefangener wurde durch den Landwirt und NSDAP-Blockleiter Georg Kaserer erschossen. Der Kriegsgefangene war abends im Haus des Blockleiters erschienen und hatte um ein Nachtquartier gebeten, das ihm im Viehstall gewährt wurde. Gegen 20 Uhr glaubte der bereits schlafende Kaserer, im Stall eine verstörte Unruhe unter den Rindern wahrzunehmen, was ihn veranlasste, mit einem Gewehr bewaffnet im Stall nachzusehen. Dort bemerkte er den Übernachtenden unter den Kühen stehend, wie er in bedrohlicher Weise auf ihn zukam, worauf Kaserer von der Schusswaffe Gebrauch machte und den Kriegsgefangenen niederschoss.

Der Blockleiter verständigte noch in derselben Nacht den örtlichen Volkssturmführer Felix Welkhammer, und beide wandten sich anschließend an den Gendarmerieposten mit der Bitte, den Vorfall nicht anzuzeigen, da sie den Toten ohnehin in der Nähe des Hauses verscharren würden.

Auf Anweisung der daraufhin verständigten Kriminalpolizei Salzburg musste der Erschossene am nächsten Tag wieder ausgegraben und in das Leichenhaus nach Eugendorf gebracht werden, wo die Obduktion erfolgte.[5]

23.04.1945 – Tweng

Der Deserteur Siegfried Staude wurde bei seiner Verfolgung durch einen Volkssturmmann durch Kopfschuss am Peskarberg in der Nähe des Lagler getötet. Fotos sind vorhanden; er wurde am Friedhof Tweng bestattet.

Die Identität ist allerdings unklar, da dieser Soldat bereits in Böhmen begraben gewesen sein soll. Der Volkssturmmann Johann B. wurde nach dem Krieg nach dem Kriegsverbrechergesetz (§§ 3 und 7) angeklagt und verurteilt.[6]

25.04.1945 – Adnet/Spumberg

Ein kanadischer Lancaster-III-Bomber stürzte in Adnet/Spumberg ab, nachdem er bei Tageslicht den Obersalzberg angegriffen hatte. Drei Besatzungsmitglieder gerieten in Gefangenschaft. Gefallen sind Pilot Tarquinas de Marco, Navigator Hubert Johnston, Bordschütze William Norman und Schütze Victor Walker. Die Gefallenen wurden zunächst in Adnet und später auf dem Soldatenfriedhof Klagenfurt bestattet. 2015 wurde am Jahrestag unter großer öffentlicher Anteilnahme ein Denkmal errichtet.[7]

25.04.1945 – Salzburg

Der berüchtigte Salzburger Gestapo-Beamte, Kriminaloberassistent Georg König, ließ zu Kriegsende das zuletzt in Oberndorf lebende junge belgische Ehepaar Georges und Charin Ramakers, geborene Leclercq, das vermutlich als V-Leute für die Gestapo tätig gewesen war, festnehmen. Durch zwei Gehilfen ließ er es im Gestapo-Arrest (Keller im Franziskanerkloster) erwürgen und die Leichen anschließend, in Teppiche eingewickelt, in die Salzach werfen.[8]

König war in Österreich und Deutschland mehrfach festgenommen worden, doch war die Bürokratie durch für ihn „glückliche“ Umstände jeweils langsamer. So dürfte er die restliche Zeit seines Lebens in Deutschland ohne Verurteilung verbracht haben, obwohl auch Verwandte, aus Angst vor ihm, seine Festnahme unterstützt hatten.[9]

26.04.1945 – Strasswalchen

Am 26.04.1945 erschienen erneut amerikanische Flieger über dem Gemeindegebiet, die auf der Straße befindliche Fahrzeuge mit Bordwaffen angriffen. Bei diesem Angriff wurde eine Person getötet, eine weitere schwer verletzt, drei Pferde getötet und ein mit 8.000 Litern Dieselkraftstoff beladenes Auto durch Sprengmunition in Brand geschossen.[10]

03.05.1945, 12.30 Uhr – Strasswalchen

Um 12.30 Uhr hörte man plötzlich MP- und MG-Feuer: SD- oder SS-Leute mussten sich unbemerkt versteckt und auf die einfahrenden Amerikaner das Feuer eröffnet haben. Diese erwiderten das Feuer, wobei das Wirtschaftsgebäude des Gastwirts Bachleitner in Flammen aufging. Daraufhin wurden überall die weißen Fahnen gehisst. Die Amerikaner besetzten alle Ortsausgänge und zogen mit ihren zahlreichen motorisierten Einheiten in den Markt ein. Es kam zu Plünderungen durch Ausländer. Die Amerikaner selbst verhielten sich gegenüber der Bevölkerung loyal.[11]

04.05.1945 – dasselbe Ereignis (Strasswalchen)

Um die Mittagsstunde verbreitete sich im Ort die Nachricht, dass die Amerikaner bereits in Mattighofen seien und Panzerspähwagen in der Nähe von Friedburg gesichtet worden seien.

Gegen 12.30 Uhr hörte man plötzlich Schüsse von M8-Panzerspähwagen[12] und Maschinengewehren an allen Ecken und Enden des Marktes. SD- oder SS-Leute mussten sich unbemerkt von der Bevölkerung versteckt und auf die einfahrenden amerikanischen Truppen das Feuer eröffnet haben. Die Amerikaner erwiderten das Feuer, wobei das Wirtschaftsgebäude des Gastwirts Bachleitner in Flammen aufging. Auch der alte Speckmoserbauer kam dabei ums Leben.[13]

04.05.1945 – Salzburg

Um 8 Uhr früh, wenige Stunden vor der Befreiung der Stadt Salzburg, wurde ein Dachauer KZ-Häftling, der das „Himmelfahrtskommando“ – das Entschärfen von Bomben – überstanden hatte, von Salzburger SS-Leuten im Volksgarten erschossen und verscharrt. Einige Wochen später wurde der Mord bekannt und die Leiche exhumiert. Man stellte mehrere Einschüsse am Rücken, am Kopf und am Herzen fest. Michael Chartschenko, ein 31-jähriger Russe, der damals nicht identifiziert werden konnte, wurde am 18. Juli 1945 feierlich bestattet.[14]

04.05.1945 – Hof

Die Nesselgrabenbrücke sollte durch die SS gesprengt werden. Die Einheimischen Roither und Leberbauer wollten dies verhindern. Der Bauernsohn vom Strumeggut, Matthias Roither, wurde an seinem 24. Geburtstag hingerichtet; Leberbauer wurde schwer verletzt, konnte aber flüchten. Am 5. Mai fuhren US-Panzer durch Hof.[15]

Am 4. Mai 1945 wurden gegen 18 Uhr in der Nähe von Ladau auf der Straße der Bauernsohn Matthias Roither aus Vorderelsenwang Nr. 30 und der Bäckerssohn Theodor Leberbauer aus Hof Nr. 7, die mit Fahrrädern und rot-weiß-roten Armbinden bewaffnet in Richtung Koppl unterwegs waren, von einem unbekannten deutschen Wehrmachtsteil als Meuterer beschossen. Roither wurde dabei getötet, Leberbauer durch einen Schenkelschuss verletzt.[16]

04.05.1945 – Seekirchen

Aus Richtung Neumarkt kommend, griffen gegen Mittag vier feindliche Flugzeuge den Ort bzw. den Bahnhof an. Es wurden insgesamt acht mittlere Bomben abgeworfen, sieben davon auf den Bahnhof und eine auf die Wimmsiedlung, wobei die Bahnhofsgebäude, die umliegenden Häuser sowie das Haus des Höck in der Wimmsiedlung getroffen und erheblich beschädigt wurden. Bei diesem Angriff kamen fünf Personen ums Leben, darunter zwei Buben (Schmidlechner), eine Frau (Höck) und zwei Angehörige der Wlassow-Armee.[17]

04.05.1945 – Henndorf

Im Zuge des US-Einmarsches war die Bevölkerung gegen eine Verteidigung des Ortes. Mit besonderer Vorsicht versuchte man, die Wehrmacht, die SS und die örtlichen NS-Funktionäre davon zu überzeugen, dass eine Verteidigung nur Opfer bringen würde, da jede offizielle Kapitulationsabsicht als „Defätismus“ geahndet werden konnte. Schließlich wurde der Widerstand dieser Personen aufgegeben.

Zumindest eine Person wollte den Ort dennoch unbedingt weiter verteidigen. Die Gendarmerie-Chronik versucht, diese Situation darzustellen, widerspricht dabei aber in manchen Punkten der örtlich „unter der Hand“ überlieferten „Wahrheit“. Jedenfalls wurde dieser „Verteidiger um jeden Preis“ einige Tage später – selbst die Ortsangaben sind widersprüchlich – erhängt aufgefunden. Bis heute halten sich Gerüchte um seinen angeblichen „Selbstmord“ durch Erhängen.

Die Gendarmerie-Chronik schreibt: „Es war eine neuerliche geschickte Intervention notwendig, um diese große Gefahr für Henndorf abzuwenden. Der Täter haute ab und wurde einige Tage später in einer Schottergrube neben dem Lichtmannsberggut in Hof, in einem Wald versteckt, im aufgehängten Zustand vorgefunden.“[18]

05.05.1945 – Oberndorf

Morde an NSDAP-Funktionären: Der ehemalige Ortsgruppenleiter der NSDAP in Oberndorf, Bahnvorstand Fritz Lackerbauer, wurde am 05.05.1945 auf einer Fahrt nach Bürmoos von unbekannten Tätern durch Pistolenschüsse getötet.[19]

05.05.1945 – Rif

In Rif bei Hallein wurde Albrecht Freiherr von Ledebur ermordet. Im Verlassenschaftsakt wird als Todesursache Raubmord angegeben.[20]

Diese Umbruchstage waren von völlig ungeordneten Sicherheitsverhältnissen geprägt; die Exekutive wurde vom 4. bis 8. Mai 1945 von den Besatzungstruppen entwaffnet und inhaftiert. Plünderungen von Wehrmachtsgut und Überfälle auf Zivilisten waren den Gendarmerie-Chroniken zufolge im ganzen Bundesland Salzburg an der Tagesordnung. Vielfach waren die Täter ehemalige Wehrmachtsangehörige, SS-Männer oder auch zahlreiche ausländische Zwangsarbeiter.[21]

05.05.1945 – Mühlbachsau

„5. Mai: Feuerüberfall einer SS-Gruppe in der Mühlbachsau (vor St. Gilgen) auf einen amerikanischen Vortrupp; der US-Captain Sonnenfeld und der Soldat Adam Träutlei fielen dabei.“[22]

Der akademische Maler Gerstenbrand, der früher in den USA gelebt hatte, konnte die Drohungen der Amerikaner nach diesem Vorfall abmildern, da er und der amerikanische Kommandant in Amerika gemeinsame Interessen und Bekannte festgestellt hatten. Der US-Soldat wurde zunächst am Friedhof bestattet, später aber exhumiert.[23]

Mai 1945 – Thalgau

Im Zuge der Umbruchstage wurde der ehemalige Kaufmann und Ortsgruppenleiter der NSDAP, Alois Sperrer, ermordet und im Wald in der Nähe der Kirnbergerwand vergraben aufgefunden. Am 25. Juni erfolgte unter Leitung des örtlichen Sprengelarztes Dr. Franz Streicher, des Oberlehrers und kommissionellen Bürgermeisters Jarul Eiterer sowie von Gottfried Kaulitsch, Michael Hausstätter und den Gendarmen Alois Czermin und Josef Niedermüller die Exhumierung der Leiche.[24]

Zur gleichen Zeit kam auch der Vorderschmiedhubbauer Josef Winkler aus Thalgauegg Nr. 45, der während der NS-Zeit Zellenleiter der NSDAP gewesen war, ums Leben. Sein Leichnam wurde in unmittelbarer Nähe seines Bauerngutes beigesetzt. Im Zuge der Erhebungen ordnete eine aus Salzburg angereiste Gerichtskommission zur Feststellung der Todesursache die Ausgrabung des bereits rund vier Monate zuvor beigesetzten Toten an. Der Tod soll angeblich durch eine Herzlähmung infolge Aufregung eingetreten sein.[25]

Nach jahrelangen Gerüchten wurde die Tat 1956 offiziell rekonstruiert und aufgeklärt. Ein Zwangsarbeiter aus Serbien wurde als Täter, sein Bauer sowie zwei Verwandte des Bauern als Beteiligte festgenommen und angeklagt.[26]

05.05.1945 – Unken

„Ab 5. Mai, 12 Uhr, war die Kapitulation rechtskräftig.[27] Bereits am Nachmittag marschierten US-Truppen in unser Dorf ein. Schloss Oberrain und anderes wurden beschlagnahmt. Es kam zu mehreren tödlichen Vorfällen durch das US-Militär, unter anderem auch zur Festnahme der Soder-Brüder. Am 8. Mai bezogen dann die ersten US-Soldaten Quartier im Schloss.“[28]

Einer der Brüder soll bei der Totenkopf-SS gewesen sein. Irrtümlich wurde zunächst sein von der Wehrmacht zurückgekehrter Bruder festgenommen, danach auch der eigentlich gesuchte Bruder. Seit damals fehlt von beiden jede Nachricht.[29]

13.05.1945 – Unken

Entführungen: Um 19 Uhr wurden die Gebrüder Markus und Josef Soder, Söhne des Söderbauern am Unkenberg in Unken, von einer amerikanischen Patrouille der in der Ortschaft Reit in Unken stationierten C-Batterie des 377. Fallschirm-Feldartillerie-Bataillons der 191. Luftlandedivision verschleppt; ihr Verbleib blieb unbekannt. Seither hält sich das Gerücht, dass die beiden Brüder von den Entführern in der Nähe von Lofer ermordet und verscharrt wurden. Alle bisherigen Nachforschungen nach dem Verbleib der Vermissten blieben erfolglos.

Die amerikanische Patrouille wurde von Oberleutnant Robert Mattews geführt, der ein russischer Abkömmling gewesen sein soll. Begleitet wurde sie vom russischen Zivilarbeiter Peter Wikaliuk, geboren am 29.08.1925 in Balabanioka, zuletzt Landarbeiter beim Bickelbauer in Reit[30] und Diener des genannten Oberleutnants, sowie vom serbischen Kriegsgefangenen Lubenko Corovic (Cirovic), geboren am 21.11.1919, zuletzt Landarbeiter in Unken.

Markus Soder wurde am 30.08.1912 in Unken geboren, Josef Soder am 14.09.1914. Markus Soder war SS-Soldat und bei den fremdvölkischen Landarbeitern unbeliebt.

Es dürfte sich um einen Racheakt seitens der fremdvölkischen Arbeiter gehandelt haben.

Die amerikanischen Besatzungs- und Sicherheitsbehörden wurden vom Vorfall in Kenntnis gesetzt.[31]

05.05.1945 – Oberalm

Auf dem Friedhof in Oberalm befindet sich ein Grab mit drei deutschen Soldaten, die am 05.05.1945 erschossen wurden. Sie sollen beim Einmarsch der Amerikaner vom oberen Stockwerk eines Hauses aus auf diese geschossen haben, seien daraufhin gefangen genommen und erschossen worden. Das Grab wird vom Kameradschaftsbund Oberalm betreut.

Der Grabstein trägt drei Namen: Jäger Otto Alfred Rempis (2.10.1907–5.5.1945), Jäger Traugott Steudle (24.4.1909–5.5.1945) und ein unbekannter Soldat (5.5.1945).[32]

Ein deutscher Soldat soll einen Kopfschuss von hinten gehabt haben, der Täter ist unbekannt. Französische Truppen sollen Oberalm am 7. Mai erreicht und am 8. Mai wieder verlassen haben. Ein Einheimischer will beobachtet haben, wie ein französischer Soldat mit seinem Fahrzeug in der Guglheide hielt, einen deutschen Soldaten die Böschung hinunterwarf und ihn dann erschoss.[33]

05.05.1945 – Vigaun

„… wurde die Tauglmauthbrücke (durch die Wehrmacht) gesprengt. Zwei Angehörige der Waffen-SS wurden nach Ende der Kämpfe im Gemeindegebiet tot aufgefunden. Nach Ausrufung des Waffenstillstands am 8. Mai übernahmen die amerikanischen Truppen die Versorgung der Bevölkerung.“[34]

In der handschriftlichen Pfarrchronik wird beschrieben, dass am 05.05.1945 zwischen Riedl und Rengerberg einige SS-Männer gefangen genommen und einige davon in der Nacht erschossen wurden. Zwei SS-Männer lagen tot im Neuwirtsfeld.[35]

05.05.1945 – Weissbach

„Auf der Mooswacht wurde noch gekämpft; dabei fielen ein junger österreichischer Soldat und ein Franzose. … Kapitulation. Da kamen die Amerikaner vom Hirschbichl herab, voran einige Panzer. Sie waren bis auf die Zähne bewaffnet; wir hatten große Angst, vor allem vor den Negern.“[36]

„Es kam zu erbitterten Kämpfen, wobei es zahlreiche Verwundete und auch einige Todesopfer gab. Bei den letzten Kämpfen auf der ‚Mooswacht‘, wie der Pass früher genannt wurde, wurden ein österreichischer und ein französischer Soldat getötet. Ein deutscher Soldat wurde sogar wegen eines gefälschten Soldbuches erschossen und hinter der Kapelle beigesetzt. 1957 wurde er exhumiert und in Berchtesgaden beigesetzt.“[37]

Es gibt auch unbestätigte Berichte über weitere gefallene französische Soldaten am Hirschbichl. Die französische Division Leclerc soll danach den Versuch, als erste alliierte Truppe in den Pinzgau vorzudringen, abgebrochen haben.[38]

05.05.1945 – Unglück (Hintertal/Hirschbühel)

Vor dem Zusammenbruch des NS-Regimes entbrannten im Hintertal und am dortigen Hirschbühel zwischen deutschen und alliierten Truppen größere Kampfhandlungen, die bis zum 08.05.1945 anhielten. An diesem Tag erfolgte die Kapitulation der deutschen Truppen. Die anschließende Besetzung durch die alliierten Truppen verlief ohne Zwischenfälle; weitere Kampfhandlungen fanden nicht mehr statt. Bei den vorangegangenen Kämpfen gab es Verluste auf beiden Seiten. Die deutschen Truppen bestanden großteils aus SS-Angehörigen, und die hiesige Bevölkerung hatte durch deren Verhalten schwere Tage zu überstehen. Die Bevölkerung von Hintertal flüchtete deshalb auch bis zur Besetzung durch die alliierten Truppen in die sogenannten Weißbachermachder(?), um ihr nacktes Leben zu schützen.

Am 05.05.1945 plünderten mehrere französische Soldaten das Gasthaus Mooswacht am Hirschbühel sowie das Zollhaus. Dabei wurden Wäsche, Schmuck, größere Mengen Rauchwaren, Kleider und anderes zum Schaden des Josef Kofler entwendet. Während dieser Plünderung erschienen aus dem Gebäude mehrere deutsche Soldaten und eröffneten auf die französischen Soldaten das Feuer, worauf diese flüchteten und in Richtung Ramsau auf bayerisches Gebiet abzogen.[39]

06.05.1945, 12 Uhr – Teilkapitulation München/Haar

Am Vortag war in München/Haar die bedingungslose Kapitulation der Heeresgruppe „G“ unter General Friedrich Schulz abgeschlossen worden. General Foertsch unterzeichnete für die Wehrmacht, die US-Generäle Devers, Patch und Haislip für die Alliierten. Feldmarschall Kesselring, der Befehlshaber des Oberkommandos West, hatte von seinem Gefechtsstand in Maria Alm aus seine Zustimmung dazu erteilt. Damit hatte auch der Rest der „Alpenfestung“, zwei Tage vor dem offiziellen Kriegsende in Europa, kapituliert.[40]

06.05.1945 – Filzmoos

Mord: Am 6. Mai 1945 wurde beim Daumlehen beobachtet, wie ein aus Eben kommender Kraftwagen beim Richlegg-Graben anhielt. Zwei Männer stiegen aus und begaben sich in den Wald. Nach geraumer Zeit kehrten sie zurück, der Wagen wurde gewendet, und sie fuhren wieder in Richtung Eben. Die beiden Männer trugen Uniform; ob es sich um Wehrmacht oder SS handelte, konnte nicht festgestellt werden.

Man vermutet, dass es sich um SS-Angehörige handelte. Kurze Zeit später kam derselbe Kraftwagen zurück, und es stiegen drei Männer aus – die beiden bereits erwähnten in Uniform sowie einer in Zivil. Sie gingen erneut über den Waldweg durch den Richlegg-Graben nach links in den Wald. Kurz darauf hörte man einen Schuss. Vom Daumlehen aus wurde beobachtet, wie der Fahrer allein zum Fahrzeug ging und in Richtung Filzmoos weiterfuhr. Kurze Zeit später kam der Wagen jedoch wieder zurück, diesmal erneut mit den beiden Männern in Uniform – der Zivilist fehlte.

Am 7. Mai 1945 ging ein französischer Kriegsgefangener zur Holzarbeit durch den Wald und entdeckte die mit etwas Reisig zugedeckte Leiche. Er erstattete Anzeige. Die Leiche wies im Gesicht eine Hiebwunde auf, am Scheitel des Schädels ein kleines Loch, das wohl von dem gehörten Schuss stammte, und der hintere Schädel war zertrümmert.

Die Leiche war zivil gekleidet, alle Taschen waren umgedreht bis auf die linke hintere Hosentasche; darin fand sich eine Ledertasche mit Schriftstücken und Fotos. Diesen Unterlagen zufolge handelte es sich bei dem Ermordeten um einen Russen namens Erasmus Zmurtschilla, der im Dienst der deutschen Spionage gestanden hatte. Zmurtschilla wurde am 9. Mai 1945 am dortigen Friedhof begraben.[41]

06.05.1945 – Maishofen

Mord und Selbstmord: In der Nacht zum 6.5.1945 erschoss der Oberfeldmeister des RAD, Fritz Webersdorfer aus Berlin, seine Frau Maria Elisabeth, geborene Rieder, sowie seine fünf- und achtjährigen Kinder Elke und Gerda, und beging anschließend Selbstmord.[42]

06.05.1945 – Obereching

In der Gemeindekanzlei wurde der Bürgermeister der Gemeinde St. Georgen, Karl Röck, von zwei ausländischen Arbeitern – dem Ukrainer Michael Borniak und dem Serben Milorad Miljkovic – ermordet.[43]

Am 12.06.1947 berichtete die damalige Gemeindesekretärin Niedermüller über diesen Vorfall: „Röck und meine Familie waren bereit, die Kasse und die Kassabücher zu übergeben. Um 16 Uhr betrat der Ukrainer Borniak den Raum und rief ‘Hände hoch’. ‘Was hat er gesagt?’, rief der Bürgermeister – und schon traf ihn der erste Schuss in die Stirn. Milorad Miljkovic trat hinzu und versetzte dem Bürgermeister mit einem Pflugeisen einen Schlag auf den Kopf. Bürgermeister Röck war allgemein als guter Mensch und loyaler Mann bekannt. Auch Ausländern gegenüber war er stets nett und anständig.“[44]

Kriegsende – Hallein/Kuchl (SS-Übungsplatz an der Taugl)

An diesem SS-Übungs- und Schießplatz wurde zu Kriegsende eine unbekannte Anzahl deutscher Soldaten durch „fliegende Standgerichte“ der Waffen-SS, vermutlich wegen Fahnenflucht, zum Tode verurteilt und erschossen. Die Toten dürften in die SS-Kaserne nach Hallein gebracht worden sein; Anzahl und Grabstätten sind bis heute unbekannt.[45]

Von einem Opfer, Fritz Junghuber, liegt eine Nachkriegs-Todesanzeige vor, in der zu lesen ist, er sei „von der SS-Polizei meuchlings ermordet und menschenunwürdig in Hallein begraben“ worden.[46]

07.05.1945 – Ebenau

„Beim Strubklamm-Kraftwerk kam es am Nachmittag des 7. Mai zu einem halbstündigen Gefecht mit Toten und Verwundeten auf beiden Seiten zwischen einem US-Panzerspähwagen und einer SS-Einheit, die in Richtung Faistenau-Hintersee abzog.“[47]

Im Sterbebuch von Ebenau findet sich dazu kein Eintrag, da darin nur die in der Pfarre bestatteten Personen verzeichnet sind.[48]

07.05.1945 – Mittersill

„Pass Thurn: Die SS wird durch die Gendarmerie weggelockt. Am 7. Mai, 12 Uhr, trifft die US-Vorhut in Mittersill ein. Es handelte sich um die Büffel-Division (Kriminelle, Frontbewährung)[49]. Einige Wochen später kommt die Regenbogen-Division – die Menschen atmen auf. Tod von Anton von Webern.“[50]

Am 15.09.1945 wurde der Komponist Anton von Webern bei Verwandten im Zuge einer Lebensmittelrazzia erschossen, während er in der Dunkelheit rauchend vor dem Haus stand. Der Schütze war ein US-Soldat.[51]

07.05.1945 – Adnet

Der SS-Angehörige Xaver Haimerl hatte sich beim Priesterwirt in Adnet den Amerikanern ergeben. Er wurde gefesselt abgeführt und bei einer Brücke durch das Wasser getrieben. Dann hörte man einen Schuss.

Totenbuch der Pfarre Adnet: „† 7. Mai, ca. 10 Uhr, 1945, Xaver Haimerl, katholisch, Lohnarbeiter, zuletzt SS-Mann. Aus Hochholz/Bogen, Oberpfalz, geboren am 23.11.1913 in Hochholz, verheiratet mit Juliane, geborene Holzapfel, aus Hochholz, Pfarre Konzell. Kopfschuss. Auf der Flucht erschossen. Befund vom 8.5.1945, Dr. Paul Marthes aus Adnet. Begräbnis: 9.5.1945, 19.30 Uhr. Ferdinand Holzinger, Pfarrer.“ Die Angaben stammen aus dem Soldbuch.[52]

07.05.1945 – Taxenbach

SS-Obersturmführer Hans Rihl wurde im Keller der Volksschule von einem anderen SS-Offizier erschossen. Rihl, 34 Jahre alt und aus Regensburg stammend, war Anthropologe und Biologe. Er hatte im östlichen Polen eine Leitungsfunktion bei der „Eindeutschung“ rassisch als geeignet eingestufter Polen innegehabt. Zu Kriegsende hatten sich 50 bis 60 SS-Offiziere nach Taxenbach zurückgezogen. Ein einheimischer Zeuge sagte aus, Rihl sei im Streit darüber, ob man sich den Amerikanern ergeben solle, erschossen worden. Die übrigen SS-Männer flüchteten am nächsten Tag nach Maria Alm. Rihl wurde in Taxenbach als SS-Obersturmführer begraben. In den letzten Jahren gab es Kritik an undokumentierten Gräbern von SS-Angehörigen in Salzburg.[53]

07.05.1945 – Lofer

Fahnenflucht – Erschießungen: Kurz nach der erfolgten Kapitulation der deutschen Wehrmacht ließ Major Hans Schulze, zuletzt beim General der Infanterie Jaschke einer Dienststelle des OKH in Lofer zugeteilt, um 17.30 Uhr an der Saalachpromenade in Lofer zwei Soldaten seiner Dienststelle wegen einer drei Tage zuvor begangenen Fahnenflucht durch das Standgericht beim LXXXII. Armeekorps erschießen. Es handelte sich um:

Unteroffizier Hans Klinkmann, geboren am 31.5.1915 in Altona, verheiratet, wohnhaft in Hamburg;

Obergefreiter Heinrich Hilmer[54] , geboren am 6.8.1904 in Hamburg, verheiratet, drei Kinder, zuletzt wohnhaft in Bad Wildungen bei Kassel.

Zeugen der Urteilsvollstreckung waren Richard Lintner und Emilia Günther aus Lofer. Beide wurden auf dem Ortsfriedhof in Lofer begraben.[55]

07.05.1945 – Obertrum

Am 7. Mai 1945 wurde der Joglbauer (Name ungenau überliefert) in der Ortschaft Au Nr. 2 tot im Hausteich aufgefunden. Er soll angeblich von Ausländern erschossen und in den Teich geworfen worden sein (Johann Mödlhammer).[56]

08.05.1945, 23.01 Uhr – Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches

In den Vortagen wurde im französischen Reims durch General Jodl, Admiral Friedeburg und Major Oxenius die Kapitulation unterzeichnet. Sie unterzeichneten mit Vollmacht der geschäftsführenden Reichsregierung unter Großadmiral Dönitz. Im Auftrag des Oberkommandierenden der Alliierten Streitkräfte Europa, General Eisenhower, unterzeichnete dessen Generalstabschef Bedell Smith den Vertrag. Eine Stunde später kam es zu einer weiteren, durch den sowjetischen Marschall Schukow initiierten Kapitulation mit General Keitel, dem letzten Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.

Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands wurde von den Alliierten als „Victory in Europe Day“ (V-E Day) bezeichnet.

Mit der Kapitulation Japans im August 1945, dem „Victory over Japan Day“ (V-J Day), war der Zweite Weltkrieg beendet.[57]

08.05.1945 – Saalfelden

„Erst am 8. Mai trafen US-Soldaten in Zell ein. Auch ein SS-Offizier wurde in der Nähe des Bachschmieds in Maria Alm erschossen.“[58]

07.05.1945: Erste US-Truppen trafen, aus Lofer kommend, ein. In den Umbruchtagen wurden sieben Personen unterschiedlicher Nationalität erschossen.

26.05.1945: Ein unbekannter Soldat erschoss sich im sogenannten Echtingwald nahe dem Weinhäusl; ebenso ein Soldat der Feldgendarmerie, dessen Name unbekannt ist, beim Lindlwirt Emil Hofer.

27.05.1945: Der in Harham, Gemeinde Saalfelden, ansässig gewesene Schiedmeisterssohn und Lehrer, Hauptmann Eduard Altacher, Ritterkreuzträger und zuletzt Kommandeur der Gebirgs-Sanitäts-Abteilung 18 in Saalfelden, wurde im Weickersbach, Landgericht Saalfelden, erschossen und verschleppt.[59]

29.05.1945: Der Schmiedmeister Alois Stöckl in Gerling, Landgericht Saalfelden, wurde von amerikanischen Soldaten erschossen.

29.05.1945: Im Markt Saalfelden kam es unter den amerikanischen Soldaten zu einer Schießerei, bei der ein amerikanischer Offizier erschossen wurde.

03.06.1945: Die Leiche des Ing. Karl Scheiner, eines aus Wien gebürtigen ehemaligen Leutnants, wurde aus einem Bach in Marzon, Landgericht Saalfelden, geborgen und von Sanitätssoldaten der ehemaligen deutschen Wehrmacht auf die Todesursache untersucht. Befund: 13 Einschüsse am Rücken und ein gebrochener Oberarm. Die Leiche war nach der Erschießung in den Bach geworfen worden.[60]

08.05.1945 – Kuchl

Ermordeter Franzose bestattet: Albert Yvon Coulongeat, geboren am 28.01.1908 in Ardilliers, Frankreich, kam im Herbst 1940 als Landarbeiter nach Kuchl. 1943 arbeitete er als Zivilist in einer Kohlehandlung im Nonntal; ein dortiges Dienstmädchen aus Südtirol bekam ein Kind von ihm.

Coulongeat meldete sich freiwillig zur SS, vermutlich um sich, die Frau und das Kind wegen dieser „Rassenschande“ zu schützen.

Zu Kriegsende wurde er von anderen Franzosen von einem Nachbarbauernhof in Kuchl abgeholt, wobei auch das Wort „Albert und Schwein“ gefallen sein soll. Er wurde mitgenommen und am nächsten Tag erschossen in der Kuchler Au aufgefunden. Am 08.05.1945 wurde er in Kuchl begraben.

Seine Gebeine wurden 1948 von unbekannten Franzosen abgeholt; der Fall sollte in Frankreich aufgeklärt werden.

Der Sohn lebte 2015 unter dem Namen seiner Mutter in den Niederlanden.[61]

Die Gemeinde stand mehrfach schriftlich mit Frankreich in Kontakt, ohne dass dies wesentliche neue Erkenntnisse brachte. In einem Schriftstück von 1946 bezeichnet die Gemeinde Kuchl Coulongeat als „SS-Mann (Legion)“.[62]

09./10.05.1945 – Weissbach

Bedrohungen und Vergewaltigungen: Gegen 14 Uhr wurden Theresia Breitfuss und Barbara Dax von französischen Soldaten bedroht, die ihre Wohnungen nach alkoholischen Getränken durchsuchten.

Mehrere Personen in Weißbach wurden von alliierten Soldaten mit dem Erschießen bedroht, wodurch die hiesige Bevölkerung in ständiger Angst und Unruhe lebte.

Weiters wurde M.W. aus Weißbach von zwei amerikanischen Soldaten vergewaltigt.[63]

Der Sprengelarzt Friedrich Riehl war am 20.08.1943 vom Sondergericht Salzburg wegen Abhörens und Verbreitens von Feindnachrichten zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Am 25.11.1943 verstarb er im Zuchthaus Schwäbisch Hall. Sein Nachfolger wurde der SS-Arzt Dr. Hans Beer, der zuvor im Landeskrankenhaus tätig gewesen war.

Dr. Heinz Riehl, der Sohn des verstorbenen Arztes, kehrte Anfang Mai 1945 vom Kriegsdienst zurück. Bei der Rückübernahme der Sprengelarztstelle am 11.05.1945 wurde er von der Assistentin und Lebensgefährtin des SS-Arztes erschossen. Die Täterin wurde 1946 zu 15 Jahren schwerem Kerker verurteilt.[64]

11.05.1945 – St. Gilgen – derselbe Vorfall

Mord: Der hiesige Sprengelarzt Dr. Heinz Riehl wurde in seinem Haus in St. Gilgen Nr. 139 von der reichsdeutschen Wilma Angrick durch zwei Pistolenschüsse, teils aus politischen Motiven, ermordet. Angrick wurde 1947 vom Landesgericht Salzburg nach §§ 134, 135/4 StG zu 15 Jahren schwerem Kerker verurteilt.[65]

14.05.1945 – Filzmoos

Mord: Da in der Gemeinde immer wieder von einem fraglichen Selbstmord gesprochen wurde, nahm der neue Postenkommandant dazu eigene Erhebungen vor.

In der Zeit vom 12. bis 29. Mai 1945 war beim Schwaigbauern, Filzmoos Nr. 31, ein Auffanglager des Fallschirmjäger-Regiments I/III. Bataillon unter Major Mangold einquartiert. Am 14. Mai 1945 gegen 14 Uhr kam es zwischen Hauptmann Schrader und dem Oberzugmeister Franz Kästner, geboren am 19.11.1909 in Koburg/Bayern, wohnhaft in Erfurt, zu einem Wortwechsel. Anlass des Streits war ein Fahrrad, das Kästner angeblich verkauft hatte.

Der Streit spielte sich in der an das Bauernhaus angebauten Tenne ab. Dort waren auch die Männer der Einheit sowie der Zahlmeister untergebracht; die Offiziere hingegen wohnten im Bauernhaus selbst.

Hauptmann Schrader hatte noch zwei Mann mit in die Tenne genommen. Außer ihnen befand sich dort nur noch Oberzahlmeister Kästner, der wegen Kopfschmerzen liegend geblieben war.

Während des Streits griff Kästner im Liegen hinter seinen Kopf zu seiner Pistole. Hauptmann Schrader bemerkte dies, zog seine eigene Pistole und schoss aus drei Metern Entfernung auf Kästner, der daraufhin tot liegen blieb.

Kästner wurde in eine Decke gehüllt und noch am selben Tag in der Wiese unweit des Hauses vergraben. Am nächsten Tag wurde er wieder ausgegraben, einbalsamiert und am 16. Mai in der Früh am hiesigen Friedhof beerdigt.

Den Hergang der Tat schilderte die beim Schwaigbauern beschäftigte Magd Anna Vierthaler, die ein entsprechendes Protokoll gelesen hatte.

Am 28. Mai 1945 erfolgte der Abtransport aller französischen Kriegsgefangenen aus der Gemeinde in ihre Heimat.[66]

14.05.1945 – Leogang

Am 14. Mai 1945 riss eine deutsche Wehrmachtseinheit unter Führung eines reichsdeutschen Oberleutnants in Schrattenegg, Gemeinde Leogang, die gehisste rot-weiß-rote Flagge herunter und verbrannte sie feierlich. Der betreffende Oberleutnant Poll wurde deswegen von einem Generalstabsoberst der ehemaligen Wehrmacht wegen seines ungesetzlichen Verhaltens zur Rede gestellt und im Verlauf des Wortwechsels von diesem Oberst mit mehreren Pistolenschüssen in den Bauch getötet.[67]

20.05.1945 – Unken

Ein US-Soldat erschoss in Reith den Jakob Dax, der gerade als Soldat aus dem Krieg zurückgekehrt war. Der US-Soldat war beim Nachbarbauern einquartiert und hatte vermutlich, im alkoholisierten Zustand und auf der Suche nach einem Mädchen, aus Enttäuschung den Nachbarn Dax erschossen. Dax war der dortige Ziehsohn und sollte den Hof übernehmen. Laut Ortschronist Hohenwarter waren die Kameraden des US-Soldaten – Angehörige der C-Battery, 377th Field Artillery Battalion, 101st Airborne Division – vom Vorfall sehr betroffen und sollen die Ziehmutter längere Zeit stark unterstützt haben. Der US-Soldat soll durch ein US-Militärgericht in Bayern verurteilt worden sein.[68]

22.05.1945 – Mühlbach am Hochkönig

(Schwer lesbar): Gegen 5 Uhr wurde im von der Wehrmacht besetzt gewesenen Mandelbrandhaus auf dem Mitterberg ein Mordanschlag mittels Handgranaten gegen den dort wohnhaften Oberst Johann Zieglmaier durch unbekannte Wehrmachtsangehörige verübt. Oberst Zieglmaier wurde schwerverletzt in das Lazarett Kreuzberg bei Bischofshofen gebracht, wo er zwei Tage später starb. Die diesbezüglichen Erhebungen führten Gerichts- und Wehrmachtsoffiziere.[69]

25.05.1945 – St. Johann und Lend

Selbstmord eines SS-Arztes im Lazarett: Franz Freiherr von Bodmann, aus alter Adelsfamilie, wurde 1909 in Baden-Württemberg geboren, studierte Medizin und trat 1934 der SS bei.

Als SS-Arzt hatte er in Konzentrationslagern wie Majdanek, Auschwitz, Neuengamme, Natzweiler und Vaivara persönlich Morde an Häftlingen verübt. Eine seiner Tötungsmethoden in den Lagern war die Injektion von Phenol. Auch entschied er als Arzt in Auschwitz „an der Rampe“ über Leben und Tod der ankommenden Juden.

Zuletzt war er Arzt in der SS-Division „Wiking“ und geriet in St. Johann im sogenannten „Russenlager“ in US-Kriegsgefangenschaft. Als SS-Obersturmführer beging er im dortigen Lazarett Selbstmord und wurde dort auch begraben.

In Lend wurde 1950 vom Österreichischen Schwarzen Kreuz für mehrere Kriegsgräber der Umgebung ein „Ehrenfriedhof“ am Gemeindefriedhof angelegt. Zu den Toten des nahegelegenen Luftwaffenlazaretts kamen auch zwanzig Tote aus dem Polizeilazarett Markt Pongau – wie St. Johann in der NS-Zeit genannt wurde – hinzu. Es handelte sich um Polizisten oder SS-Angehörige, weshalb man damals auch von einem Polizei- und Gendarmerie-Friedhof sprach. Franz Bodmann war einer der nach Lend umgebetteten Toten.

Dieses Grab Bodmanns wurde durch Anfragen aus Deutschland bekannt und in den letzten Jahren medial stark kritisiert. Besonders bedrückend war, dass gerade dieses Grab eines Kriegsverbrechers immer wieder von Unbekannten gepflegt und geschmückt wurde. Die Begriffe „SS“ und „Ehrenfriedhof“ waren für Kritiker wie auch für Gemeindepolitiker schwer miteinander zu vereinbaren.

Nach längerem Für und Wider machte die Gemeinde im Jänner 2026 die feierliche Enthüllung einer Kontextualisierungstafel zum „Ehrenfriedhof“ Lend öffentlich. Bei dieser Gelegenheit wurde auch bekannt, dass von den übrigen dort Bestatteten keine Kriegsverbrechen bekannt sind.[70]

30.05.1945 – Pongau

Der Russe Maxim Gorekow wurde nach Widerstand vom Gendarmen Schröter in St. Johann i. Pg. erschossen.[71]

Am 22.08.1945 wurde der ehemalige Gendarm Heinz Schröter von einem amerikanischen Militärgerichtshof wegen Totschlags angeklagt. Er sollte, wie auch andere Gendarmen, Bauernhöfe vor Diebstahl und Plünderung schützen. An diesem Tag verlangte der Russe Gorekow von einem Bauern Schnaps. Der Gendarm forderte ihn auf, das Haus zu verlassen. Da er sich dieser Weisung widersetzte, wurde er festgenommen. Daraus entwickelte sich eine Schlägerei, bei der der Gendarm an der Hand verletzt wurde. Als der körperlich überlegene Russe zum Angriff überging, zog der Gendarm die Pistole und tötete den Russen durch mehrere Schüsse. Die Verteidigung plädierte auf Notwehr. Die vier Richter sprachen den Gendarmen frei – es war der erste Freispruch des amerikanischen Militärgerichts in Österreich.[72]

31.05.1945 – Wagrain

Unglück: In der Nähe der Buchbergbrücke stürzte ein mit 20 Soldaten besetzter Lastkraftwagen mit Anhänger von der Kleinarlerstraße in die damals stark angeschwollene Kleinarlerache. 14 Soldaten ertranken; elf der Ertrunkenen konnten geborgen werden, drei wurden vom Wasser fortgerissen.[73]

Am Friedhof von Wagrain befindet sich ihre Grabstätte mit einem Steinkreuz, einer Gedenktafel und 13 Namen. Eine Liste des Schwarzen Kreuzes verzeichnet als Todesdatum lediglich „05.1945“. Die Hälfte dieser Namen ist im Pongau unüblich, einige davon SS-Angehörige beziehungsweise Offiziere. Am Kriegerdenkmal in Wagrain sind diese Namen nicht angeführt. Meine Vermutung ist, dass es sich um deutsche Kriegsgefangene handelte, die von US-Militär transportiert wurden und bei einem Unfall in der Ache ertranken.[74]

31.05.1945 – Maria Alm

SS-Offizier Alois Persterer erschossen.

Alois Persterer, geboren am 29.09.1909 in Saalfelden, gestorben am 31.05.1945 in Maria Alm, war Autoschlosser beim Bundesheer und wurde 1933 wegen illegaler Betätigung entlassen; er saß in Wöllersdorf in Haft. Von 1939 bis 1945 war er Ratsherr in Salzburg und der erste Führer des SD-Abschnitts Salzburg. Nach dem „Anschluss“ spielte er beim Aufbau des Polizeiwesens in Salzburg eine wichtige Rolle. Danach kam er zum RSHA und war 1941/42 Leiter des Sonderkommandos 10b der Einsatzgruppe D auf der Krim, wo er für den Tod mehrerer tausend Juden, Roma und politischer Kommissare verantwortlich gemacht wird. 1944 war er als SS-Obersturmbannführer Chef der Sicherheitspolizei und des SD Oberkrain.

Zu Kriegsende hielt sich Persterer im Hintertal bei Maria Alm verborgen. Am 31.05.1945 wurde er von der Gendarmerie festgenommen und den Amerikanern in Saalfelden übergeben sowie in Richtung Maria Alm abtransportiert. Am Nachmittag oder am nächsten Tag wurde er abseits des Weges mit einem Kopfschuss tot aufgefunden und an Ort und Stelle begraben. Die Gendarmerie dokumentierte, er sei von den Amerikanern auf der Flucht erschossen worden. 1948 wurde er exhumiert; der Kopf fehlte.

Sein schmiedeeisernes Grabkreuz in Maria Alm trug auffällig ungewöhnliche Angaben: „Oberst der Deutschen Wehrmacht, gefallen am 31.05.1945“ sowie eine Blechtafel mit der Aufschrift „Kameradschaft IV“.[75]

08.06.1945 – Straßwalchen

Morde und Selbstmord: Am 08.06.1945 verübte der ehemalige Gestapobeamte Karl Toby aus Graz mit seiner Familie, die nach Strasswalchen geflüchtet war, Selbstmord. Toby erwürgte seine Frau und seine drei Kinder auf einem Heuboden im Schickbauernanwesen in Steindorf und erhängte sich anschließend selbst.[76]

09.06.1945 – Tweng

Tod durch Handgranate: Am 09.06.1945 um 15 Uhr verunglückte der 48-jährige, in Tweng Nr. 9 wohnhafte Unterraderbauer Matthias Karner tödlich durch die Explosion einer amerikanischen Handgranate.[77]

17.06.1945 – Hintersee

Beim Gast- und Landwirt A. Z. in Hintersee, Ortsteil Lämmerbach, entdeckten US-Beamte 3.600 kg Münzgold. Das Gold soll im Auftrag von Reichsaußenminister Ribbentrop von SS-Männern in Zivil vergraben worden sein. Daraufhin entstand eine Diskussion über den künftigen Besitz des Goldes. In einem Zeitungsartikel von 1954 wird zudem erwähnt, dass nach der Vergrabung ein nicht unbeträchtlicher Teil verschwunden sein soll.[78]

05.07.1945 – St. Johann i. Pg.

Auf dem Hochgrundeckweg, etwa fünf Minuten nordöstlich des Straßdurchholzgutes in Rettenstein, Gemeinde St. Johann i. Pg., wurde gegen 12.15 Uhr eine unbekannte männliche Leiche gefunden. Revierinspektor Adolf Müller und Patrouillenleiter Astl, die sich zu dieser Zeit in der Nähe im Dienst befanden, erhielten davon Kenntnis und begaben sich zum Tatort. Die Leiche fühlte sich noch etwas warm an. Der Tote blutete am Kopf und aus der Nase; bei näherer Untersuchung stellte man einen Kopfdurchschuss fest. Der Tote war etwa 25 Jahre alt, hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich, und den Uniformstücken nach zu schließen dürfte es sich um einen österreichischen oder deutschen Soldaten gehandelt haben, der offenbar auf dem Weg in seine Heimat war. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden.[79]

06.07.1945 – Buchberg

Am 6. Juli, vormittags, wurde der ehemalige Hauptmann der deutschen Wehrmacht, Ägidius Mimra, von einem Angehörigen der Besatzungstruppe aus unbekannten Gründen erschossen. Die Leiche wurde am hiesigen Ortsfriedhof beigesetzt.[80]

26.07.1945 – Buchberg

An diesem Tag, abends, wurde der Mitbesitzer der Wiener Welt’schen Güter in Klamm sowie in Niederösterreich, Baron Alexi Prossoroff, von unbekannten Tätern erschossen. In diesem Fall dürften möglicherweise rassenpolitische Motive eine Rolle gespielt haben.

Prossoroff war aus Niederösterreich hierher geflüchtet, da von den zwölf Verwaltern der Güter bereits elf von Russen und Ukrainern erschlagen worden waren und er der Zwölfte gewesen wäre.[81]

29.07.1945 – Hintersee

In einer Holzknechthütte auf dem Schöberboden, Gemeinde Hintersee, wurden drei Männer – darunter zwei SS-Offiziere – sowie zwei Frauen festgenommen und in das Gerichtsgefängnis St. Gilgen eingeliefert. Dabei wurden fünf Pistolen und ein Karabiner beschlagnahmt.

Die beiden SS-Offiziere konnten flüchten, wurden aber vom Gendarmerie-Patrouillenleiter Johann Stasny am Schöberboden gestellt und flüchteten erneut. Daraufhin wurden beide durch Schüsse verletzt; einer konnte dennoch wieder entkommen. Der verletzte Flüchtige wurde am nächsten Morgen von Stasny und einem Hilfsgendarmen bei der Kartschhütte entdeckt. Es kam erneut zum Waffengebrauch, woraufhin sich auch der zweite SS-Offizier ergab. In dieser Hütte wurden sechs Zielfernrohrgewehre sowie einige Pistolen und Munition gefunden. Beide Männer wurden von amerikanischen Soldaten in das Spital nach Salzburg gebracht.[82]

05.08.1945 – Seeham

Der Auszügler Martin Kohlbacher aus Berndorf, geboren am 08.09.1865 in Feldkirchen, Bezirk Braunau, Oberösterreich, wurde in seiner Wohnung durch Revolverschüsse ermordet. Als Täter gelten ausländische Arbeiter.[83]

In der Nacht zum 05.08.1945, gegen Mitternacht, warfen in Großenegg Nr. 71, Gemeinde Berndorf, zwei Männer Steine gegen die Fenster und verlangten Wasser, dann Milch: „Ich Milch brauchen, sonst alles kaputt.“ Die Bäuerin und ihr Sohn warfen Weißbrot aus dem Fenster. Die Männer verlangten daraufhin Speck und Most. Einer von ihnen kletterte über einen Birnbaum an der Hauswand ins Haus – ein Schuss fiel, der Auszügler dürfte am Fenster gestanden haben. Als die Nachbarn eintrafen, war er tot.[84]

11.08.1945 – Michaelbeuern

Mord in Michaelbeuern: In der Nacht zum 11.08.1945 wurde die Schachenbäuerin Elisabeth Schleindl durch polnische Zivilarbeiter ermordet, als sie aus dem Haus flüchten wollte, um die Nachbarschaft zu alarmieren. In Vertretung des erkrankten Postenkommandanten wurden Rayonsinspektor Kraiger und Patrouillenleiter König vom Posten Lamprechtshausen mit der Bearbeitung des Falles betraut.

Es gelang zwar, den Mord aufzuklären, doch konnten die Täter nicht zur gerechten Strafe gezogen werden, da sie sich in das Ausländerlager Glasenbach flüchteten und sich dort den Nachforschungen und dem Zugriff der österreichischen Sicherheitsorgane entzogen.[85]

Am 11.08.1945, kurz vor Mitternacht, drangen die Täter durch Aushebeln des Fensterkreuzes in die Wohnstube des Rohrerbauern Peter Schleindl in Lauterbach Nr. 8, Gemeinde Nußdorf, ein. Sie feuerten zwölf Schüsse ab; die Bäuerin Elisabeth Schleindl, geborene Lang, war tot. Zuvor war sie von den Tätern aufs Gröbste misshandelt worden. Die Täter plünderten das Haus und flüchteten mit Geld, Kleidern und Lebensmitteln.[86]

Juli 1946 – Fusch

Fund menschlicher Skelettteile: Ende Juli 1946 fand der Hirte Franz Kofler unterhalb des Boggeneikees in Ferleiten Knochenteile eines menschlichen Körpers. Bei der vom örtlichen Posten vorgenommenen Tatbestandsaufnahme wurden in einem größeren Umkreis verstreut mehrere gebleichte menschliche Knochen sowie vermoderte Uniformreste und eine Erkennungsmarke mit der Bezeichnung „Frontstalag 306, 1840“ gefunden. Nach Angaben des Sprengelarztes Dr. Winkler handelte es sich bei den geborgenen Knochen um Ober- und Unterarmknochen, ein Schulterblatt sowie mehrere Rippen einer eher kleinwüchsigen männlichen Person. Der Tod dürfte etwa zwei Jahre zurückgelegen haben. Wahrscheinlich handelte es sich um einen entflohenen Kriegsgefangenen, der im Hochgebirge ums Leben gekommen war. Die Ermittlungen zur Identifizierung blieben bisher erfolglos.[87]


[1]  Professor Gernod Fuchs ist Vizeleutnant i. R. des Österreichischen Bundesheeres, Autor zahlreicher Fachbücher- und -artikel, Kurator des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums (SWGM).

[2] Vgl. Gernod Fuchs, Befreit und Besetzt. Die kampflose Übergabe der Stadt Salzburg an die 3. US-Infanterie-Division am 4. Mai 1945, Salzburg 2015.

[3] Vgl. Stolpersteine, Kerschbaumer verzeichnet 21 Hinrichtungen. Anm. Fuchs: vermutlich waren es mehr.

[4] Vgl. Gendarmerie-Chronik Strasswalchen.

[5] Vgl. Gendarmerie-Chronik Henndorf.

[6] Vgl. Auskunft Kameradschaftsbund; Gendarmerie-Chronik Tweng.

[7] Vgl. Berichte zur Denkmal-Aufstellung, Kerschbaumer; Auskunft Feuerwehr Adnet.

[8] Vgl. Polizeiakten 1947 sowie Kerschbaumer, Stolpersteine, 2025.

[9] Anm. Fuchs.

[10] Vgl. Gendarmerie-Chronik Strasswalchen.

[11] Vgl. Ortschronik Strasswalchen.

[12] Anm. Fuchs: Gepanzertes US-Räderfahrzeug mit Kanone.

[13] Vgl. Gendarmerie-Chronik Strasswalchen.

[14] Vgl. Stolpersteine, Kerschbaumer. Dieser Tote war das „allgemein bekannte“ Opfer dieser „gesetzlosen Zeit“. Es wurde auch über andere „Opfer“ gemunkelt, doch ließ man dieses Thema jahrzehntelang ruhen. Anm. Fuchs.

[15] Vgl. Ortschronik Hof und Bericht im Salzburger Tagblatt vom 30.04.1947.

[16] Vgl. Gendarmerie-Chronik Hof.

[17] Vgl. Gendarmerie-Chronik Seekirchen.

[18] Vgl. Gendarmerie-Chronik Henndorf; Befragung von älteren Einwohnern durch Fuchs.

[19] Vgl. Gendarmerie-Chronik Oberndorf.

[20] Auskunft der Urenkelin des Ermordeten, Elisalex Henckel-Donnersmarck. Anm. Fuchs: In den Gendarmerie-Chroniken fand diese Tat keine Erwähnung.

[21] Vgl. Auskunft Exekutivdienst-Museum Salzburg.

[22] Vgl. Ortschronik Fuschl.

[23] Vgl. Heimatkundliches Museum St. Gilgen, Anm. Fuchs.

[24] Vgl. Gendarmerie-Chronik Thalgau.

[25] Vgl. Gendarmerie-Chronik Thalgau.

[26] Vgl. „Hut ab vor diesen Bekennern – Thalgau 1914–1945“, S. 612–621, über Sperrer und Winkler. Tatortfotos der Rekonstruktion.

[27] Anm. Fuchs: Richtig: 6. Mai, 12 Uhr, Kapitulation von München/Haar.

[28] Vgl. Ortschronik Unken.

[29] Anm. Fuchs: Schriftverkehr der Mutter mit US-amerikanischen und Salzburger Behörden bekannt. Es sind aber derart viele Gerüchte im Umlauf, dass eine Klärung unmöglich erscheint.

[30] Anm. Fuchs: Pichlergut in Reit 12.

[31] Vgl. Gendarmerie-Chronik Unken.

[32] Vgl. Auskunft Feuerwehr Adnet.

[33] Anm. Fuchs: Auskunft Kameradschaftsbund, Sammlung Vanzini. Hallein, Puch und Oberalm waren zu Kriegsende mehrere Tage durch französische Soldaten der Panzerdivision Leclerc besetzt.

[34] Vgl. Ortschronik Vigaun.

[35] Vgl. Auskunft Neureiter.

[36] Vgl. Ortschronik Weissbach.

[37] Anm. Fuchs: Auskunft Alpengasthof Hirschbichl. Das Kriegsende am Hirschbichl ist sehr schwierig zu rekonstruieren, da hier ständig die Örtlichkeiten verwechselt werden.

[38] Anm. Fuchs.

[39] Vgl. Gendarmerie-Chronik Weißbach.

[40] Anm. Fuchs.

[41] Vgl. Gendarmerie-Chronik Filzmoos.

[42] Vgl. Gendarmerie-Chronik Maishofen.

[43] Vgl. Gendarmerie-Chronik Obereching und Oberndorf.

[44] Vgl. Information 2025 durch Frau Hochradl, Gemeinde St. Georgen, aus einem Auszug der Heimatchronik von St. Georgen – Ad Georgii Ecclesiam.

[45] Vgl. Museum Kuchl – Ausstellung „Die Taugl“, Mai 2024. Anm. Fuchs: Dieser SS-Übungsplatz ist bis heute Auslöser vieler Gerüchte.

[46] Anm. Fuchs.

[47] Vgl. Ortschronik Ebenau.

[48] Vgl. Auskunft Pfarre Ebenau.

[49] Anm. Fuchs: Buffalo = 92. Infanteriedivision, Italien.

[50] Vgl. Alte Chronik – falsche Angaben zu den US-Einheiten. Die neue Ortschronik von 2008 spricht nur noch vom Einmarsch der Amerikaner am 7. Mai und enthält einen ausführlichen Bericht zum Tod von Anton von Webern. Anm. Fuchs.

[51] Anm. Fuchs.

[52] Vgl. Auskunft Feuerwehr Adnet.

[53] Vgl. salzburg.orf.at/stories/3154863/, vom 5. Mai 2022.

[54] Anm. Fuchs: Falsch: Hillner, Kerschbaumer.

[55] Vgl. Gendarmerie-Chronik Lofer. Anm. Fuchs: Unter der „erfolgten Kapitulation“ dürfte die Teilkapitulation der Heeresgruppe „G“ in München/Haar vom 5. Mai 1945, mit Wirkung ab 6. Mai, 12 Uhr, zu verstehen sein.

[56] Vgl. Gendarmerie-Chronik Obertrum. Dem Heimatmuseum ist der Fall nicht bekannt.

[57] Anm. Fuchs.

[58] Vgl. Ortschronik Saalfelden; siehe dazu den Eintrag vom 31.05.1945, Maria Alm – Alois Persterer.

[59] Anm. Fuchs: Er wurde vermutlich von US-Soldaten in ein Lazarett gebracht; dort verliert sich seine Spur. 1951 wurde sein Leichnam in Neu-Ulm entdeckt und auf dem dortigen Ehrenfriedhof Reutti bestattet.

[60] Vgl. Gendarmerie-Chronik Saalfelden.

[61] Laut Information von Herrn Pichler, Museum Kuchl, der auch über den Schriftverkehr der Gemeinde mit Frankreich informiert hat. Anm. Fuchs: Aus dieser Zeit ist keine Gendarmerie-Chronik von Kuchl vorhanden.

[62] Anm. Fuchs: Es gab damals mehrere fremdländische SS-Truppen, darunter auch eine französische, die als SS-Freiwilligen-Legion(en) bezeichnet wurden.

[63] Vgl. Gendarmerie-Chronik Weißbach.

[64] Vgl. Heimatkundliches Museum St. Gilgen; Prozessbericht in den Salzburger Nachrichten vom 20.09.1946; Auskunft Feuerwehr Adnet.

[65] Vgl. Gendarmerie-Chronik St. Gilgen.

[66] Vgl. Gendarmerie-Chronik Filzmoos.

[67] Vgl. Gendarmerie-Chronik Leogang.

[68] Vgl. Auskunft Hohenwarter; auch Gendarmerie-Chronik Unken.

[69] Vgl. Gendarmerie-Chronik Mühlbach.

[70] Anm. Fuchs : Eine Sammlung von Medienberichten hat diese Zusammenfassung ermöglicht.

[71] Vgl. Gendarmerie-Chronik, Bezirksgendarmeriekommando St. Johann.

[72] Vgl. Auszug aus einem Zeitungsartikel vom 22.08.1945.

[73] Vgl. Gendarmerie-Chronik Wagrain.

[74] Anm. Fuchs: Kulturverein Blaues Fenster.

[75] Anm. Fuchs: Die Wehrmacht bestand aus Heer, Marine und Luftwaffe. Um nach dem Krieg das Verbot der Waffen-SS zu umgehen, wurde diese als vierte Waffengattung („Kameradschaft IV“) der Wehrmacht bezeichnet. Das Grab wurde vor Corona aufgelassen.

[76] Vgl. Gendarmerie-Chronik Straßwalchen.

[77] Vgl. Gendarmerie-Chronik Tweng.

[78] Vgl. Gendarmerie-Chronik Faistenau; Salzburger Nachrichten vom 09.04.1954.

[79] Vgl. Gendarmerie-Chronik St. Johann.

[80] Vgl. Gendarmerie-Chronik Buchberg.

[81] Vgl. Gendarmerie-Chronik Buchberg-Lend.

[82] Vgl. Gendarmerie-Chronik Faistenau.

[83] Vgl. Gendarmerie-Chronik Seeham.

[84] Vgl. ANNO, Salzburger Nachrichten vom 09.08.1945, Auszug.

[85] Vgl. Gendarmerie-Chronik Lamprechtshausen.

[86] Vgl. ANNO, Salzburger Nachrichten vom 14.08.1945, Auszug.

[87]Vgl. Gendarmerie-Chronik Fusch. Anm. Fuchs: Stalag 306 könnte auf ein deutsches Kriegsgefangenenlager in der Untersteiermark/Slowenien hinweisen.

 

Anmerkung
IIn den Quellentexten wird zum Teil die Terminologie der jeweiligen Zeit verwendet. Der Autor und die Redaktion distanzierrn sich ausdrücklich von jeder Art des Extremismus und vor allem vom Gedankengut des Nationalsozialismus.

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