Forschung und geschichtliche Publikationen

Mit den geschichtlichen Publikationen der wissenschaftlichen Redakteure von HistoriÖ wollen wir einen einen Beitrag zur Erforschung der Salzburger und der österreichischen Geschichte der letzten rund 300 Jahre leisten. Es ist uns wichtig, dass diese Geschichte im gemeinsamen Gedächtnis erhalten bleibt.

Aktuelle Forschungsschwerpunkte

  • Egodokumente des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
  • Die Erste Österreichische Republik 1918 bis 1933 und der „Austrofaschismus“ 1933-1938.
  • Österreichische Militärgeschichte, vor allem aus sozial- und kulturhistorischer Sicht.
  • Wissenschaftler als (Beitrags-) Täter bei der Vorbereitung und Durchführung von NS-Kriegsverbrechen.

HistoriÖ Beiträge in Vorbereitung

1918/19 Salzburger und Österreichische Ereignisse im Überblick

Den Überblick über die Ereignisse im Herbst 1918 mit Bezug zu Salzburg und Österreich finden Sie hier – Die Ergänzungen dieser Zeitleiste für 1919 werden im Laufe des Herbst/Winter 2022/23 in mehreren Schritten erscheinen.

November 1918: Die Bayern in Salzburg und Tirol

Das Bayerische Militär besetzt im November 1918 Salzburg und Tirol. Der Bayerische König dankt in Anif bei Salzburg ab. Die neue Müchner Räteregierung holt ihre Soldaten rasch wieder zurück.

Dokumente aus Privatarchiven in wissenschaftlicher Bearbeitung

Josef Rudolf Strzygowski (1862-1941)

Vom Tuchmacher zum Kunsthistoriker

Die ersten Ergebnisse dieser im Sommer 2020 im Rahmen eines Historiöprojektes begonnen Forschungen werden im Sommer 2022 veröffentlicht. Erste Zwischenergebnisse finden sie hier.

Josef Augustin Strzygowski (1823 – 1873)

Tuchfabrikant, persönliche Aufzeichnungen: Geschäftsbericht 1845 bis 1872, familiäre Lebenserinnerungen 1852 bis 1873.

Alfred Karasek (1902-1970) und Egon Lendl (1906-1989)

„Man kennt sich, man hilft sich“, ein Forschungsprojekt von HistoriÖ.

Egon Lendl - Josef Hanika - Alfred Karasek, ca. 1950

Egon Lendl – Josef Hanika – Alfred Karasek, ca. 1950, © HistoriÖ/WJG #0346

Das Nachkriegsnetzwerk von Alfred Karasek (1902 Brünn – 1970 Bischofswiesen) und Egon Lendl (1906 Trient – 1989 Salzburg) steht im Mittelpunkt dieses im Herbst 2021 begonnenen HistoriÖ-Forschungsprojektes. Nun – im Frühjahr 2022 – werden erste Ergebnisse vorgestellt.

Alfred Karasek war prominenter Osteuropa-Volkskundler, sammelte Sagen, war Krippenforscher und ab 1949 führender Funktionär in Vertriebenenorganisationen. Er war aber auch SS-Offizier, seit 1932 NSDAP-Mitglied und -Schulungsredner, Umsiedlungsbeauftragter und in direktem Auftrag Heinrich Himmlers Kulturräuber in Osteuropa. Egon Lendl war habilitierter Geograph und 1963 Gründungsrektor der „wiedererrichteten“ Universität Salzburg. Aber auch er war seit 1932 NSDAP-Mitglied und als Wissenschaftler aktiver Beitragstäter bei der Aufbereitung von Sozialdaten zu erobernder Gebiete im Osten. Das hier vorgestellte Thema ihres auf den Kontakten von vor 1945 fußenden Nachkriegsnetzwerkes wird Teil einer im Entstehen begriffenen „Neuen Biografie“ über Alfred Karasek sein, die ohne die Beschönigungen und Auslassungen der früheren Teilbiografien und Nachrufe auskommen soll. In einem ersten Teil der Forschungsarbeit steht die Frage im Fokus, wie sich das Salzburger-Bayerische „Nach 1945 Netzwerk“ der beiden engen Freunde entwickelte. Betrachtet werden dabei die handelnden Personen selbst und zu welchen Themen sie in welchem organisatorischen Umfeld miteinander in Kontakt standen. Wenn hier Alfred Karasek und Egon Lendl als Ausgangspunkte des Netzwerkes gewählt wurden, ist es wichtig festzustellen, dass alle zu beschreibenden Ereignisse erst im Zusammenwirken von mehreren „Tätern“ geschehen konnten, auch wenn sie von nur einzelnen initiiert wurden.

„Kulturgutraub“ ist im Zusammenhang mit der Plünderung von Bibliotheken und Archiven sowie dem Raub von Akten durch SS-Sonderkommandos im Rahmen des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion zu sehen. Sie hatten den Befehl, „politisch relevantes Material“ zu beschaffen, das „den Gegner in seiner ideologischen Motivation“ erkennen und brechen könne. Die SS-Sonderkommandos waren in militärischen Einsätzen an vorderster Front mit von der Partie. Später waren auch Angehörige der Abteilung VI G des Auslandssicherheitsdienstes (SD), des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA VI G) sowie des „Ahnenerbes“ beteiligt

Viele Personen – mehrheitlich waren sie promovierte und teilweise habilitierte Geographen, Historiker oder Volkskundler – aus dem NSDAP-Kreis von vor 1945 arbeiteten im Nachkriegsnetzwerk von Alfred Karasek und Egon Lendl wieder zusammen oder unterstützten sich wechselseitig.

Das hier behandelte große Nachkriegsnetzwerk lässt sich geographisch auf den Großraum Salzburg – Berchtesgaden – München mit Ausläufern beispielsweise nach Wien und Innsbruck bestimmen. Fast alle Personen waren (wieder) wissenschaftlich tätig, vor allem in den Bereichen Volkskunde und Geographie inklusive Raumplanung.

Auf der Argumentationslinie der (Heimat-)Vertriebenenpolitik wurde, unterstützt durch entsprechende Rhetorik, weiterhin ein starker (Deutsch-)Nationalismus vertreten. Eine nationalsozialistische Widerbetätigung im engeren Sinne ist nicht feststellbar.

Eine weiterführende Forschung soll noch mehr Licht in die komplexen Verflechtungen rund um Alfred Karasek und Egon Lendl bringen. In diesem im Herbst 2021 begonnenen HistoriÖ-Projekt werden neu zugängliche private Unterlagen und Nachlässe in verschiedenen öffentlichen Archiven in Verbindung mit Publikationen der letzten 30 Jahre ausgewertet. Weitere Ergebnisse werden im Sommer/Herbst 2022 vorgestellt werden. Ein abschließendes Ergebnis ist für das Frühjahr 2024 geplant.

Wehrgeschichtliche Publikationen

Weiterlesen…