1816 – Schicksalsjahr für Salzburg.
Säbelrasseln an Salzburgs Grenzen.

Sonderausstellung 2016

OG_SA2016-01

Einverleibung Salzburgs

Im Jahr 1816 ging die Einverleibung des nun seit 1810 bayerischen Salzburg keineswegs  unproblematisch vonstatten. Seit 1814 zogen sich die bayerisch-österreichischen  Gebietsverhandlungen schon hin, als schließlich militärpolitische Aktionen von beiden Seiten  begannen und beinahe kriegerische Gestalt annahmen. Bayern feilschte seit dem Wiener  Kongress um das Inn- und Hausruckviertel sowie um die Grenzziehung des abzutretenden  Salzburg.

Ab Oktober 1815 wurde die Garnison Salzburg mit 4.000 bayerischen Soldaten verstärkt.  Weitere bayerische Kontingente wurden an die Grenze zu Österreich geschickt.

Kaiser Franz I. droht den Bayern

Am Dreikönigstag des Jahres 1816 verlangte Kaiser Franz I. „mit der Geschichte mit Bayern  ein Ende zu machen und seine (Österreichs) Rechte durchzusetzen!“ Dies führte zum  Aufmarsch eines österreichischen Armee-Korps an der salzburgisch-bayerischen Grenze in  der Stärke von an die 40.000 Mann, stationiert zwischen Bad Ischl und Böhmen. Dieser  Aufmarsch, ein Grenzeinsatz als Vorstufe für die Intervention geplant, war eine  Machtdemonstration mit kriegerischen Drohgebärden mitten im Frieden.

In Salzburg selbst kam es auch zu publizistischen Kampfschriften, die im Salzburger Landesarchiv bis heute zahlreich aufliegen. Auch befinden sich  dort weitere historische und politische Dokumente, die in unserer Ausstellung nun erstmalig gezeigt werden.

Nach zähem Ringen bei den Verhandlungen in München und Mailand und einem militärischen Säbelrasseln beider Parteien gelang es am 14. April  1816 einen friedlichen Kompromiss mit dem Vertrag von München zu  schließen. Dieser Kompromiss bescherte Salzburg, neben zahlreichen  weiteren Einbußen in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen, die  Abtrennung des Rupertiwinkels an Bayern. Mit 1. Mai 1816 fand die  Übernahme Salzburgs in das Kaiserreich Österreich statt. Kaiser Franz I.  kam am 7. Juni 1816 nach Salzburg, um den feierlichen Huldigungsakt am  12. Juni in der Residenz entgegenzunehmen.

Am 11. Juni 1816 rückte das 3. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 59 –  später als Erzherzog Rainer berühmt geworden – von der Festung Mainz  aus Deutschland kommend in Salzburg ein. Schon am 14. Juni erfolgte die  Ablöse des Infanterieregiments Nr. 54 und die 59er zogen in die  Stadtkasernen ein. Das Festungskommando erhielt Generalmajor Graf  Lilienberg, der 10 Jahre hindurch als Major und Oberstleutnant im Regiment  Nr. 59 gedient hatte. Ab dem 5. November 1817 rückten die noch  ausständigen Teile der 59er in Salzburg ein und komplettierten das Regiment. Der Werbebezirk für die  Rekrutierung war inzwischen durch Salzburg und einen Teil des Hausruckviertels vergrößert worden. Ebenso  die Ergänzungen durch die Landwehr. Von diesem Zeitpunkt an gab es Kontinuität in der Entwicklung der Tradition des Infanterieregiments Nr. 59,  später Erzherzog Rainer, bis zum heutigen Tag.

All diese historischen und politischen Ereignisse sind heute in der Öffentlichkeit nicht mehr präsent und wurden im Rahmen dieser Spezialausstellung  wieder in Erinnerung gebracht. Teile dieser Sonderausstellung Salzburg-2016 sind auch heute im Museum zu besichtigen.

Inhaltlich hat Salzburg-1816 über folgende Themenkreise informiert:

  • Die Entstehung des Herzogtums Salzburg als Teil Österreichs.
  • Die wechselhaften politischen Verhältnisse des damaligen Landes Salzburg.
  • Den Übergang vom bayerischen Heerwesen und der bayerischen Hoheitsverwaltung zum österreichischen Herzogtum.
  • Die kaiserlichen Salzburger Garnisonen samt Bewaffnung und Uniformenim Herzogtum Salzburg.